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Wir zeigen oft auf andere Menschen und lachen oder finden etwas an ihnen schlecht. - Eine Erzählung

Diese wahre Begebenheit möchte ich mit euch teilen. Mich hat diese kleine Geschichte sehr berührt


Gestern konnte ich etwas "beobachten", was ich euch erzählen möchte. Vielleicht kann der eine oder andere mitfühlen oder meine Ansicht verstehen:

Als ich in den Wagon einstieg und mich setzte, bemerkte ich neben mir zwei alte Frauen, welche einer Minderheit angehörten. Ich glaube, was uns alle spaltet ist die Enttäuschung. Die wir oft einfach nicht mehr hinterfragen, weil für uns in manchen Momenten etwas faktisch richtig ist. Oder zu sein scheint.


Irgendwie fand ich beide sehr sympathisch. Und ich sollte noch Augenzeuge einer spannenden Situation werden. Sie erinnerten mich an diese kitschigen Filme, wirkten etwas mystisch und doch lieb, was mich unsagbar faszinierte. Vor allem lässt mich die Erinnerung gerade auch nicht los.

Ich kramte in meiner Tasche nach der Fahrkarte, da ich den Schaffner schon annähern sah. Ein ruhiger, selbstbewusster Mann, der seine Aufgabe pflichtbewusst zu erledigen schien. Er kontrollierte den Fahrschein und wandte sich auch gleich den alten Damen zu.

Ein kleiner Wirbel und Aufruhr entstand, welcher meine Aufmerksamkeit in den Bann zog. Interessiert lauschte ich gebannt der Unterhaltung.

Ein gefaltetes Papier lag auf dem kleinen Tischlein und eine alte Frau bemerkte zynisch, dass sie doch schon bezahlt habe. Und die andere Dame meinte, sie wäre gerade in den Zug gestiegen und das würde nicht viel mehr als 1 Leva kosten.

Der Schaffner lies sich jedoch nicht beirren und beharrte darauf, dass es schon knapp 3 Leva kosten würde. Ich selbst musste schon grinsen und versuchte dies natürlich zu verbergen, da ich selbst nicht in dieses Spiel gezogen werden wollte.

Sie musste dennoch zahlen und kramte in ihren Taschen ihre Stotinki (Cents) hervor. Es war ein kleines Häuflein in ihrer Hand und ihr liebliches, älteres Gesicht verzog sich in Enttäuschung und beinahe in Entsetzen. Doch wo der Schaffner Recht hat, hat er eben Recht. Es würde schlussendlich der Bahn fehlen. Und auch dem gönne ich es.

Dennoch erheiterte mich die Kreativität und Hartnäckigkeit der alten Dame. Wie viel Aufwand, Kreativität bräuchte sie, um einen Leva (50 Cent) zu verdienen? Wenn sie versucht, diese - für andere scheinbar ein paar läppische Münzen - für sie wichtigeres zu halten?

Nachdem sich alles wieder beruhigt hat, kramte ich in meiner Tasche. Ich hatte leider selbst nur noch 30 Cents darin, doch diese hielt ich während der Fahrt fest in meiner Hand. Bis zum Aussteigen kämpfte ich gedanklich, ob ich ihr diese Münzen in die Hand drücken sollte oder nicht. Es ist eine Frage des Rechtes. Sie hatte schlussendlich Unrecht und dreist war sie auch. Ich entschied mich, dass ich ihr die Cents in die Hand drückte. "Für einen Kaffee", sagte ich, als ich ihr die Münzen in die Hand legte, welche sie reflexartig ausstreckte. Ihre verwirrte Mimik verwandelte sich wieder in dieses gutmütige Lächeln und ihre Augen hatten ein gewisses Strahlen. Keineswegs schelmisch oder egoistisch oder abwertend, welch dumme Aktion es von mir wäre. Sondern so, dass ich mir dachte: Ja, dieses Lächeln waren mir diese Cents wert.

Wir zeigen oft auf andere Menschen und lachen oder finden etwas an ihnen schlecht. Ich schließe mich dabei nicht aus.Vielleicht weiß ich zu gut, wie es ist, wenn mit dem Finger auf einem gezeigt wird. Dieses Gefühl lässt sich nicht mehr so einfach ausradieren.

Wer weiß, vielleicht hat diese kleine Anekdote jemanden so gut gefallen, dass dieser Mensch sie teilt und seinen Freunden zeigt. Darum möchte ich auf dieses Projekt hinweisen und noch einmal erwähnen: Für manche ist der Aufwand irrsinnig groß, 50 Cent zu verdienen. Dennoch plediere ich darauf, dass auch sie ein Recht auf ein würdevolles Leben haben: https://hifa.at/index.php/…/hilfsprojekte/rehacenter-ozubulu

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