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Eine Geschichte: Besser sein als andere - geht das?

Bildzitat: Lebe und diene


Vor langer Zeit, als es noch Könige und Königinnen gab, die das Land regierten, lebte auch ein armer Mann. Er war ein Diener des Königs, servierte ihm das Essen und hatte auch andere Aufgaben. Diesen Platz bekam er womöglich durch Glück oder aber auch durch Unglück. Sein Vater, der diese Welt vor einiger Zeit verlassen hatte, brachte ihn in die Welt der Dienerschaft. Er selbst war auch Diener mit Leib und Seele gewesen. Das Dienen war für ihn höchste Anerkennung. So aber fühlte der Sohn nicht. Er erledigte seine Arbeit zwar sehr gewissenhaft, aber mit Qual. Er träumte davon, niemandem mehr dienen zu müssen, keineswegs unterwürfig zu sein. Wenn es ihm gelingen würde, nur etwas mehr von anderen bedient zu werden, wäre genau das die Anerkennung, die er sich wünschte. Und er blieb seiner Meinung treu, in seinem Leben schon so viel geleistet zu haben, dass ihm diese Anerkennung zustünde.


Seine Ehefrau, die ihm nach getaner Arbeit das Essen zubereitete, seine Kleidung wusch, bei Bedarf kaputte Kleider säuberlich flickte, wenn es denn so sei, sich um ihre Kinder sorgte, kannte die Wünsche ihres Mannes sehr gut. Seine Unzufriedenheit lies er auch an seiner Frau aus, erzählte ihr immer wieder, wie viel Leid er doch im Leben erfahren hatte. Womöglich mehr Erfahrungswerte als kaum ein anderer mit sich trug. Seine Frau duldete sein Leid schweigend und versuchte ihn zu trösten.

Eines Tages rief ihn der König ihn sich. Überrascht und mit unruhiger Haltung, befolgte der Diener des Königs Anweisungen und trat mit gesenktem Haupt vor seine Augen. “Ich beobachte dich jeden Tag”, begann der König zu sprechen, “du leistest gute Arbeit. Du ragst in der Dienerschaft hervor, was deinen Fleiß betrifft. Ich habe für dich eine andere Aufgabe, wo ich denke, die dir besser passen könnte.” Der Diener hob fragwürdig, dennoch mit Respekt schweigend, seinen Kopf. “Du wirst ab morgen Unterricht beim Zauberer nehmen. Auch er meinte, dass du dafür hervorragend geeignet bist. So bereite dich für morgen vor und geh deines Weges.”

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Mit vielen Fragen im Kopf, mit Freuden und Ängsten zugleich, einen anderen Weg zu gehen, als den ihm vorgegebenen, eilte der Diener nach Hause, um seiner Frau zu berichten. Diese hörte ihm wie immer zu und freute sich über seine neue Aufgabe. “Das ist genau das, was du dir gewünscht hast”, meinte sie, “du hast es dir verdient.”

Am nächsten Morgen ging der Diener, wie vom König befohlen, zum Zauberer. Dieser war schon eingeweiht und hatte auch sämtliche Aufgaben für den Diener bereit. Ohne viel Gerede orderte er dem Diener sogleich an, die Gläser zu polieren, die Töpfe zu reinigen, den Boden zu kehren, Ordnung auf seinem Arbeitsplatz zu schaffen.

Nach getaner Arbeit ging der Diener wie gewohnt nach Hause. Zermürbt und am Boden zerstört, schilderte er seiner Frau seine Leistung des Tages. “Niemand sieht mich,” fügte er hinzu. Seine Frau, die gerade dabei war, Löcher in Strümpfen zu stopfen, merkte an, dass er einfach Geduld haben solle, es sei noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Der nächste Tag war wie der erste und der darauffolgende Tag sollte genau so sein, Arbeiten, die er gewohnt war, nur in anderer Umgebung verrichtete der Diener beim Zauberer. Der Mann war sichtlich enttäuscht, doch er verrichtete seine Arbeit wie gewohnt so gut es geht. Es gab immerhin noch Hoffnungsschimmer, endlich etwas zu tun, was ihm würdig erschien.

Der Zauberer erklärte ihm währenddessen der Diener alles säuberlich hielt verschiedene Kräuter, Salben und einige wichtige Künste. Auch er merkte, dass der Diener etwas enttäuscht war und merkte bei passender Gelegenheit an: „Was ist los, mein Freund? Gefällt es dir bei mir nicht?“ Überrascht schaute der Diener den Zauberer an. Es war ihm etwas unangenehm, aber er begann: „Nein, mir gefällt es sehr gut. Ich muss gestehen, dass ich doch die Erwartung hatte, etwas zu lernen. Dabei verrichte ich auch hier die Arbeit, die ich immer schon kannte: dienen.“ Da lachte der Zauberer: „Was hast du erwartet? Wir dienen alle. Wenn du etwas anderes machen möchtest, dann mach es mit Neugier.“

Umo




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